Um mit dem Fahrrad möglichst sicher unterwegs zu sein, muss der Drahtesel entsprechend ausgerüstet werden. Gleichzeitig kannst du dich als Fahrer mit sicherheitsrelevantem Zubehör vor Gefahren schützen. Diese Liste enthält wesentliches Equipment für maximale Sicherheit.

• Der Fahrradhelm
Viele Unfälle mit Todesfolge könnten vermieden werden, wenn Fahrradfahrer einen Helm tragen würden. Dass mit dem Radfahren ohne Helm ein hohes Risiko einhergeht, bestätigten US-Forscher an der Universität Arizona. Ihrer Studie zufolge, ist das Risiko an einem Fahrradunfall zu sterben um rund 60 Prozent höher, wenn kein Helm zum Einsatz kommt. Die aktuellen Unfallzahlen sprechen ebenfalls für sich: Wie die Internetzeitung sinsheim-lokal.de berichtete, hatten allein in Baden-Württemberg 30 der insgesamt 53 tödlich verunglückten Radfahrer im Jahr 2016 keinen Helm auf. Da viele Radfahrer aufgrund von Kopfverletzungen sterben, ist der Helm ein unverzichtbares Equipment.
Wichtig ist allerdings nicht nur, dass ein Helm getragen wird. Für ein Maximum an Sicherheit, muss er auch optimal passen. Unter fahrradhelm.org findest du neben einer Produktübersicht mit aktuellen Modellen einen umfangreichen Ratgeber rundum das Thema Fahrradhelm. Darin wurden hilfreiche Tipps arrangiert, welche die Kaufentscheidung erleichtern, darunter eine tabellarische Übersicht zur Auswahl der idealen Helmgröße:



Unter anderem sollte beim Kauf des Helms darauf geachtet werden, dass dieser mit reflektierenden Elementen ausgestattet ist.

• Rutschfeste Schuhe
Auch rutschfestes Schuhwerk ist beim Radeln positiv zu beurteilen. Damit verhinderst du, dass du unvermittelt von den Pedalen rutschst, was ein markantes Unfallrisiko darstellt. Flip-Flops, High Heels oder ähnliche Schuhe sind auf dem Fahrrad fehl am Platz!

• Reflektierende Kleidung
Je früher dich Verkehrsteilnehmer als Radfahrer wahrnehmen, desto besser für deine Sicherheit. Mit reflektierender Kleidung oder Zubehör wie Reflektor-Armbändern und unübersehbaren Reflexwesten schützt du dich optimal. Letztere sind mittlerweile in sportlichen Schnitten erhältlich. Besonders effektiv sind jedoch Reflektor-Bänder am Hosenbein. Der Grund: Das Reflektorband macht die Tretbewegung des Radlers sofort sichtbar, sodass dieser von Autofahrern als solcher klar erkannt wird. Darüber hinaus solltest du dich mit Textilien in Signalfarben auffällig kleiden.

• Bremsen
Ohne Bremsen darf kein Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen. Für größtmögliche Sicherheit sind laut Straßenverkehrszulassungs-Ordnung (StVZO) zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen erforderlich.

• Licht und Reflektoren
Die Sicht von Auto-, Motorrad- sowie Fahrern von schweren Fahrzeugen wie Bussen oder Lastkraftwagen ist bei Dunkelheit beziehungsweise Dämmerung eingeschränkt. Ein Fahrradfahrer kann da schnell übersehen werden. Besonders wenn die für die Sichtbarkeit unverzichtbaren Elemente wie Vorder- und Rücklicht sowie Reflektoren fehlen. Wie wir im Beitrag „Geisterfahrer und Rotsünder: 10 Tipps für Radler“ bereits thematisiert haben, schmälert die fehlende Beleuchtung am Rad nicht nur den Eigenschutz, sondern auch den Geldbeutel. 20 Euro Bußgeld gehen mit einer fehlenden Beleuchtung einher. Kommt es aufgrund des nicht vorhandenen Lichts zum Unfall, sind es 35 Euro.
Reflektoren sind vor allem an Speichen effizient. Durch die Bewegung der Räder wird das Licht der Fahrzeugscheinwerfer reflektiert, der Radfahrer ist gut sichtbar. Unter adfc.de ergänzt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC): „Für gute Sichtbarkeit von der Seite sind wahlweise Reflektorstreifen oder gelbe Speichenreflektoren (jeweils zwei pro Rad) vorgeschrieben.“ Der Fahrer kann also zwischen zwei Lösungen für die seitliche Ausstattung mit Reflektoren wählen. Zudem sind zusätzlich Reflektoren an den Pedalen empfehlenswert. Welche gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich des verkehrssicheren Fahrrads eingehalten werden müssen, hat der ADFC in der Grafik zusammengefasst:



Quelle ADFC

• Schutzbleche
Kleinteile können beim Radfahren aufgewirbelt werden und dich verletzen. Besonders gefährdet sind die Augen, da sie überaus empfindlich auf Fremdkörper reagieren. Die Geschwindigkeit, mit der Schmutz von der Straße durch die Luft geschleudert wird, ist nicht zu unterschätzen. Selbst kleinste Steine können sich in gefährliche Geschosse verwandeln und Augen sowie andere Körperteile in Mitleidenschaft ziehen. Dank Schutzblechen an den Laufrädern gelangen Fremdkörper erst gar nicht in die Nähe deines Körpers, sodass du weitestgehend geschützt bist.

• Kettenschutz
Aufwirbelnde Steine oder sonstige Elemente können aber auch in die Kette des Fahrrads gelangen und diese beschädigen. Oft geschieht das unbemerkt und die Kette kann aufgrund der Schädigung erst nach mehreren Wochen oder gar Monaten ohne Vorwarnung reißen. Schwere Stürze sind im Ernstfall die Folge. Mit Hilfe eines Kettenschutzes lässt sich das Risiko deutlich eindämmen. Derartiges Schutzzubehör besteht häufig aus schlagfestem Kunststoff und ist für jedes erdenkliche Fahrradmodell erhältlich. Nachrüsten ist also kein Problem.

• Klingel



Um zu gewährleisten, dass du von anderen rechtzeitig wahrgenommen wirst, brauchst du eine Fahrradklingel. Mit ihr kannst du akustisch auf dich aufmerksam machen und andere beispielsweise deinen Überholvorgang anzeigen. Unglücklichen Zusammenstößen mit Fußgängern oder anderen Radlern wird zuverlässig vorgebeugt. Sei dennoch vorsichtig beim Überholen von Verkehrsteilnehmern und rechne immer damit, dass auch andere Fehler machen und dich womöglich trotz Klingeln nicht kommen hören.

• Bereifung
Ein geplatzter Reifen oder eine beschädigte Felge können verantwortlich für einen gefährlichen Sturz sein. Zur Minimierung dieser Gefahr raten Experten zu pannensicherer Bereifung und der regelmäßigen Felgenkontrolle.

• Spiegel
Du willst auf deinem Bike immer wissen, was hinter dir passiert? Dann solltest du deinem Fahrrad einen Rückspiegel verpassen. Damit hast du auch die Situation außerhalb deines Sichtfeldes im Blick.

Fazit
Radfahrer können viel für ihre eigene Sicherheit tun und mit clever ausgewähltem Zubehör sowie einem verkehrssicheren Rad für maximalen Unfallschutz sorgen. Da das Fahrrad teilweise markanten Strapazen durch die tägliche Beanspruchung sowie Umwelteinflüsse standhalten muss, kann das Material auf Dauer Schäden aufweisen. Die regelmäßige Überprüfung aller sicherheitsrelevanten Bestandteile ist deshalb ein Muss. Gleichzeitig hat dein Fahrverhalten großen Einfluss. Im folgenden Video fasst der ADFC Köln zusammen, wie du mit der richtigen Vorgehensweise sicher durch die Stadt kommst:


Bilder Nachweis: Dieter_G (Radfahrer nachts) / cocoparisienne (Fahrradklingel) unter https://pixabay.com