Die Witterung in Herbst und Winter ist nicht nur für den Menschen unangenehm, sondern bringt auch manch einen Hund dazu, den Gang vor die Tür schlichtweg zu verweigern. Da die Vierbeiner aber auf die täglichen Gassirunden nicht verzichten können, sollten sich Mensch und Hund an der frischen Luft möglichst wohlfühlen. Wie schützen Hundehalter ihren tierischen Begleiter zu diesem Zweck am wirksamsten vor Frost, Nässe und Krankheiten?



Bild: Nicht nur für Menschen kann der Regen eine ziemliche Plage sein – auch Hunde können sich erkälten. Quelle: @ Sabine Schönfeld – 93824393 / Fotolia.com

Krankheitsvorsorge für Hunde


Nicht nur Menschen neigen in der kühlen Jahreszeit zu einer verstärkten Anfälligkeit für Erkrankungen – auch der Körper des Hundes wird durch Regen, Kälte, Eis und Schnee stärker beansprucht. Fürsorgliche Besitzer sollten daher Folgendes bedenken:

  1. Nicht frieren lassen


Vom Spaziergang heimgekehrt sollten Herrchen und Frauchen dafür sorgen, dass sich ihr Vierbeiner unmittelbar wieder aufwärmen kann, indem sie sein nasses Fell noch vor der Haustür gründlich abtrocknen. Diese Maßnahme schont nicht nur die Hundegesundheit, sondern auch Teppich und Parkett vor Verschmutzungen durch Matsch, Streusalz und Split. Besonders bei kleinen Hunden verdient das Trocknen des Bauchfells gesonderte Aufmerksamkeit; denn sie streichen damit aufgrund ihrer Bodennähe in Herbst und Winter ständig durch nasses Gras und Schnee. Schnell entwickeln empfindliche Exemplare im Zuge dessen schmerzhafte Blasenentzündungen.

Zur Vorsorge lassen sich manche Hunde daran gewöhnen, sich nach dem Ausgang mit lauwarmer Luft trocken föhnen zu lassen. Den Hund allerdings in Herbst und Winter wiederholt zu duschen, um Dreck und Schnee aus dem Fell zu entfernen, kann gegenteilig wirken. Häufige Reinigungen mit Seife entfernen die natürliche Schutzschicht des Fells und lassen Schnee und Kälte näher an den Körper dringen.

  1. Keinen Schnee fressen lassen




Bild: Auch wenn Hunde gerne im Schnee spielen, sollte man darauf achten, dass sie keinen Schnee fressen. . Quelle: @ lochstampfer – 28759980 / Fotolia.com

Obgleich es viele Hunde gern tun – das Fressen von Schnee ist potenziell schädlich für ihre Gesundheit, da das gefrorene Wasser Schadstoffe, Streusalz und Krankheitserreger enthält. Die Aufnahme großer Mengen kann zu Magen-Darm-Infekten, Durchfällen und Mandelentzündungen führen. Verantwortungsbewusste Halter werfen ihrem Vierbeiner zudem keine Schneebälle zu, um ihn nicht zum Verschlucken von Schnee zu animieren. Erbricht sich der Hund nach dem Spaziergang, weil er zu viel des gefrorenen Nass aufgenommen hat, hilft Schonkost aus Kamillentee, Reis und ungesalzener Hühnerbrühe dabei, seinen Verdauungstrakt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

  1. Immunsystem bestmöglich unterstützen


Grundlegend für ein gut funktionierendes Immunsystem ist eine nährstoffreiche Kost – in diesem Punkt gleichen sich Mensch und Hund. Für den Vierbeiner bedeutet dies vor allem die Zufuhr von essenziellen Aminosäuren, Spurenelementen, Vitaminen, Mineralstoffen und ungesättigten Fettsäuren. Hundebesitzer, die das Futter ihrer Vierbeiner selbst zubereiten, haben die Möglichkeit, es abwechslungsreich und vollwertig zu gestalten.

  1. Erkältungen vorbeugen


Erkältungen bei Hunden machen sich ähnlich wie beim Halter durch Nasenausfluss, tränende Augen und Niesen bemerkbar. Wer einer Verkühlung gezielt vorbeugen will, kann seinem Vierbeiner hundeverträgliche Vitamin-C oder Echinacea-Präparate zum Futter hinzugeben. Spätestens, wenn das Tier seine Nase an Hundedecken oder Teppichen abreibt, sollte ein Halter eine mögliche Erkältung in Betracht ziehen. Hustet das Tier stark und lang anhaltend, sollte ein Tierarzt abklären, ob es sich dabei um Staupe oder Zwingerhusten handeln könnte. Die effektivste Prävention im Fall der Staupe, einer Viruserkrankung, die auch Wildtiere befällt, bietet die Grundimmunisierung im Welpenalter und die Auffrischungsimpfung im Rhythmus von drei Jahren.

Schutz vor zu starker Kälte


Insbesondere ursprüngliche Hunderassen mit dichter Unterwolle wie Akita Inus, Malamuts und Huskies besitzen von Natur aus einen wirksamen Kälteschutz. Andere Exemplare wie Windhunde oder Französische Buldoggen sind dahingehend weniger gut ausgestattet und frieren bereits ab 10 bis 5 Grad Celsius. Sinken die Temperaturen in den Minusbereich, wird es auch dickfelligen Hunden langsam ungemütlich. Was können Halter tun, um ihre Hunde vor Frost zu schützen?

  • Viel Bewegung: Für Hunde gilt dasselbe wie für Menschen – wer sich bewegt, der friert nicht. Suchspiele und das Apportieren von Bällen bereiten auch im Schnee Vergnügen. In puncto Stöckchenwerfen sollten Hundebesitzer bei Minusgraden Vorsicht walten lassen, da gefrorenes Holz zum Splittern neigt und den Hund im Maul verletzen könnte. Bestimmte Rassen, wie etwa der Berner Sennenhund, können sich darüber hinaus dafür begeistern, einen Schlitten zu ziehen. Als geeignete Ausstattung benötigen sie allerdings ein spezielles Zughundegeschirr, das die Last physiologisch ausgeglichen am Körper verteilt. Einen Sprung in eiskalte Seen oder Bäche sollten fürsorgliche Halter ihren Hunden in Spätherbst und Winter jedoch untersagen, damit aus der anschließenden Unterkühlung keine Erkältung entsteht. Außerdem sollten Hunde bei Kälte nicht lange vor dem Supermarkt angeleint oder im Auto sitzend warten müssen.

  • Passende Kleidung: Entgegen dem Klischee sind Mäntel nicht nur etwas für Chihuahuas und Yorkshireterrier. Im Gegenteil: Insbesondere große Hunde, die keine Unterwolle besitzen, z.B. Boxer oder Magyar Vizslas, frieren bei Kälte und niedrigem Tempo erheblich und sind dankbar für eine textile Isolation. Hunde mit stark hervortretenden Augäpfeln wie Möpse, Chihuahuas und Cavalier King Charles Spaniels leiden, wenn ihnen kalter Wind um die Nase pfeift. Die empfindlichen Augen neigen zur Tränenbildung, schwellen zu und können sich bei stürmisch kalter Witterung leicht entzünden. Tritt dieser Fall ein, muss der Hund beim Tierarzt vorgestellt werden und Augentropfen oder eine antibiotische Augensalbe erhalten.

  • Pfotenpflege: Die Pfoten eines Hundes sind insbesondere im Winter starken Strapazen durch Schneekälte, Split und Streusalz ausgesetzt und müssen daher besonders gespflegt werden. Bei langhaarigen Hunden ist es von Vorteil, die Haare zwischen den Zehen vorsichtig mit einer Nagelschere kürzen, damit sich in ihnen kein Schnee ansammelt. Hunden mit reichlich Fell kann es sonst passieren, dass sich an Pfoten und Läufen beim Gassigang regelrecht Schneebälle bilden. Um zu vermeiden, dass die Haut der Ballen durch Kälte und Salz austrocknet und anschließend schmerzhaft aufspringt, sollte sie in der kalten Jahreszeit vorsorglich regelmäßig mit Vaseline oder Melkfett eingecremt werden. Nach dem Spaziergang im Winter sollten Hundehalter ihren Verbeinern die Pfoten mit warmem Wasser abspülen und mit einem Handtuch trocken reiben, um Split und Streusalz zu entfernen.

  • Festes Schuhwerk: Wenn Hunde bereits Verletzungen an den Ballen aufweisen oder sich standhaft weigern, die Schneedecke zu betreten, können Hundeschuhe hilfreich sein. Hierbei muss der Halter gut beobachten, ob das Tier mit der ungewohnten Fußbekleidung zurechtkommt oder dadurch eher irritiert wird. Führen die Schuhe zu einem unsicheren Gang, erhöhen sie eher die Sturzgefahr auf glatten Flächen.


Sicherheit bei Dunkelheit und Glätte


Im Sommer können Spaziergänge unbekümmert und spontan stattfinden – die kälteren Jahreszeiten erfordern dagegen mehr Planung vonseiten des Hundehalters. Neben Kälteschutz und Pfotenpflege sollten Hundemenschen folgende Hinweise beherzigen:

  • Sicherheit in der dunklen Jahreszeit: Wenn die Sonne bereits am späten Nachmittag untergeht, sind viele Hundebesitzer mit ihrem Vierbeinern täglich im Dunkeln unterwegs. So wie Menschen zur Vermeidung von Unfällen mit Autos und Radfahren im Herbst und Winter Reflektoren an ihrer Kleidung tragen sollten, sorgen Reflektorwesten und -halsbänder beim Vierbeiner für Verkehrssicherheit. Als besonders praktisch für die Spazierrunde bei Dunkelheit erweisen sich zudem LED-Halsbänder und Leuchtanhänger. Diese werden entweder mit Batterien betrieben oder per USB-Anschluss aufgeladen.

  • Vorsicht Glatteis: Diesen Warnhinweis sollten Halter beherzigen und ihre Hunde auf rutschigen Flächen zu einem langsameren Tempo mahnen. Insbesondere ältere Hunde, die nicht mehr so sicher auf den Beinen sind, oder stürmische Welpen könnten andernfalls rasch stürzen und Verletzungen erleiden. Besonders gefährlich für den Hundehalter ist die Kombination von gefrorenen Bürgersteigen und einem kräftigen Hund, der an der Leine zieht. Gerade für gefährliche Witterung ist es daher unerlässlich seinem großen Hund das bei Fuß gehen beizeiten beizubringen.




Bild: Kleidung für Hunde ist nicht immer nur schmückendes Beiwerk, sondenr kann bei Nässe und Kälte durchaus einen Zweck erfüllen. Quelle: @ Laszlo – 93628178 – Fotolia.com

Fazit


Über eine Tatsache sind sich alle Hundehalter bestens bewusst: Dass ihr Vierbeiner sie täglich zum Spazierengehen zwingt, ist eine Wohltat für Fitness und Gesundheit. Doch wenn Hundebesitzer sich für den Spaziergang in Schals und Daunenjacken hüllen, sollten sie sich gleichsam um eine Kälte- und Krankheitsprophylaxe für ihren Hund bemühen – damit die kalte Schnauze in Herbst und Winter nicht zu sehr fröstelt.