Natura Trails Brandenburg an der Havel Brandenburg an der Havel

Höhenprofil (21 m bis 29 m)

Höhendifferenz

9 m

Gesamtanstieg

12 m

Gesamtabstieg

9 m

GPSies-Index 0,48


Über diese Strecke

Qualität der Strecke
Länge
2,11 km
Geo-Koordinaten
151
Angezeigt
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48 mal

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Landschaft
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Rundkurs

2,11 km

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Beschreibung der Strecke

Geschichte und Entwicklung der Insel

 

Die Insel Buhnenwerder war von je her nicht dauerhaft besiedelt. Zwar wurde sie in der Steinzeit als Rastplatz, aber wohl eher nicht als dauerhafte Siedlungsstätte, genutzt.

Im 19. Jahrhundert diente die Insel den Bauern der angrenzenden Gemeinde Kirchmöser, heute ein Ortsteil von Brandenburg an der Havel, als Weidegebiet für Schafe und Ziegen. Dadurch wurde ein natürliches Aufkommen von höherer Vegetation und eine Sukzession verhindert. Die Oberfläche ähnelte einer Steppenlandschaft.

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden auf der Insel erste, kleine Hütten gebaut. Betuchtere Grundbesitzer wie Frau von Bornstedt und der Siemens-Ingenieur Hans Apel errichteten erste Häuser aus Stein.

Am 25. März 1926 kaufte die Brandenburger Ortsgruppe der NaturFreunde für 1150 Reichsmark den Gebrüdern Steinert aus Kirchmöser einen Hektar Land auf der Insel ab. Die Naturfreunde begannen an der Steinertschen Hütte mit Erweiterungsbauten, um ihren Mitgliedern ein neues, attraktives Wanderziel mit Unterkunft zu bieten. Ein tragisches Unglück überschattete die Aktivitäten des Vereins, als am 22. Mai 1926 ein Kahn mit acht NaturFreunden vor der Insel sank. Zwei Frauen und drei Männer im Alter zwischen 18 und 32 Jahren ertranken. In Folge dieses Unglücks bauten die Naturfreunde ein größeres und wettertüchtiges Boot mit Namen „Nie Verzagt“, das fortan für Über- und Versorgungsfahrten genutzt wurde.

Die NaturFreunde bemühten sich gemeinsam mit dem Berliner Ingenieur Hans Apel, der 1928 beinahe die Hälfte der Insel kaufte, um eine Wiederaufforstung der Insel und schufen zusammen mit dem Gartenbaumeister Jens-Jörg Sörensen aus Marzahne bei Brandenburg an der Havel eine parkähnliche Struktur.

Zunächst wurden Pionierpflanzen wie die aus Nordamerika stammenden Roteiche und rotblühende Traubenkirsche, sowie Kiefern und Weiden gepflanzt, die sich mit den kargen Bodenverhältnissen ausgezeichnet zu arrangieren vermochten. Später kamen Latschenkiefern, Pechkiefern, Hakenkiefern, Jeffreys Kiefern, Weymouths-Kiefern, Robinien, sowie europäische, japanische und sibirische Lärchen hinzu.

Nach der Machtergreifung der deutschen Nationalsozialisten wurde der Verein enteignet. Das Eigentum an Grund und Boden, die Schutzhütte und das Boot wurden an den nationalsozialistischen Wassersportverein Kirchmöser für 500 Reichsmark verkauft.
Später nutzte die Kasernierte Volkspolizei der DDR die Insel ungeachtet der fortbestehenden Eigentumsverhältnisse als Übungsgelände. Dabei wurden die Steinhäuser Buhnenwerders vollständig zerstört.

Erst mit dem Inkrafttreten des 1. Naturschutzgesetzes der DDR im Jahre 1954 begannen Fauna und Flora der Insel sich ein wenig von der jahrelangen missbräuchlichen und schonungslosen Nutzung zu erholen.
Zusammen mit Apel begannen sich die Familie Weggen und der Oberförster Schulz aus Brandenburg an der Havel mit Gleichgesinnten um die naturschutzgerechte Pflege der Insel zu kümmern.

Im März 1991 schlug die Stadt Brandenburg an der Havel Buhnenwerder zusammen mit der Halbinsel Wusterau als gemeinsames Naturschutzgebiet vor. Seit 2002 besitzt Buhnenwerder gemeinsam mit der ihr benachbarten Wusterau den Status eines Naturschutzgebietes.

Sie ist Heimat seltener und wertvoller Pflanzen und Tiere. Sowohl Bewuchs als auch Besatz ähneln in etwa dem der Wusterau, wenngleich Unterschiede auf der Wusterau bezüglich der dortigen toxischen Bodenbeschaffenheit anzumerken sind.

Buhnenwerder ist auch ein beliebter Anlaufpunkt für Ornithologen. Es ist gestattet, die Insel an ausgewählten Orten zu betreten. Auf der Insel gibt es einen didaktisch und informativ sehr gut und liebevoll ausgestatteten Naturlehrpfad.

Dieser rund um das Eiland führende Naturlehrpfad bildet unseren heutigen NaturaTrail.

 

Routenbeschreibung

 

An der Anlegestelle können wir uns zunächst an der Informationstafel orientieren. Unseren Inselrundgang beginnen wir nach rechts (in südwestlicher Richtung) und folgen dem getretenen Pfad entlang des Ufers. Schon nach wenigen Metern erreichen wir eine interessante Trockenrasenvegetation mit parkartigem Baumbestand. Die wichtigsten Gehölze entlang unseres Rundwegs sind beschildert. Der Pfad steigt geringfügig an, wir erreichen den Hang, den Rand der Sanddüne, die die Insel bildet. Dieses extrem trockene und nur spärlich bewachsene Trockenrasengebiet ist eines der wertvollsten Biotope der Insel. Es wird von vielen geschützten Insektenarten bewohnt, die wir mit etwas Geduld und je nach Jahreszeit beobachten können. Bei Sonne können wir fast immer die vor uns herfliegenden Sandlaufkäfer beobachten.

 

Wir nehmen Rücksicht auf das empfindliche Biotop und betreten die Fläche nur am Rand, folgen dem Pfad entlang des Kiefernsaums und genießen den Ausblick über Möser- und Breitlingsee. Hier zeigen sich mit etwas Glück Seeadler, Fischadler, Rohrweihe oder Schwarzer Milan.

 

Durch den Kiefernbestand hindurch führt der Pfad wieder in den Parkteil und zu den ersten Anschauungstafeln mit den Themen Geschichte, Pflege und Artenschutz.

Wir befinden uns jetzt im zentralen Parkteil der Insel, ein Abstecher in den Landschaftspark wäre von hier aus möglich. Wir folgen jedoch dem Rundweg, um die am Weg weiter beschilderten Gehölze wie Bergkiefer, Banks Kiefer und Schwarzkiefer kennen zu lernen.

 

Der Weg führt jetzt über kleinere Sandflächen wieder zum Ufer. Zwischen Park und Seeufer entlang gelangen wir zu den nächsten Anschauungstafeln mit Bank. Hervorzuheben ist hier die Tafel zur Geschichte der NaturFreunde auf der Insel. Der Rundweg führt weiter in Ufernähe auf eine mit Kiefern bestandene Düne.

 

Eine kleine Bank mit Ausblick lädt zumVerweilen ein. Nachdem wir rechts eine Bergkieferngruppe passiert haben, erreichen wir wieder ein weiteres wertvolles Trockenrasenbiotop. Besonders erwähnenswert sind hier die Wiesenkuhschelle, die im Sommer blühenden Karthäusernelken und der Berghaarstrang. Vorbei an weiteren Schautafeln führt der Weg durch eine Birkengruppe in den Wiesenbereich der Insel.

 

Geradeaus erreichen wir über eine weite Trockenrasenfläche den auf der Insel stehenden Leuchtturm. In den Uferbäumen rechts davon können wir fast immer Kormorane beobachten. Hier befindet sich einer ihrer Schlafplätze.

 

Wir gehen zurück zu den Birken und folgen dem Rundweg durch feuchtere Wiesenabschnitte. Nach wenigen Metern überqueren wir auf einem Steg einen Graben. Bei Hochwasser führt dieser Graben Wasser auf die Feuchtwiesen und auch in den Waldsee.

 

Bei Sommerwasser liegen diese Gebiete jedoch trocken. Ein großer Teil der Feuchtwiesen wird jährlich von Naturschutzhelfern gemäht, um die seltene Stromtalvegetation zu erhalten. Durch einen kurzen, mit Wacholder bestandenen Abschnitt gelangen wir zur vogelkundlichen Anschauungstafel. Bitte Vorsicht - die Nistkästen sind bewohnt!

 

An der Grenze zwischen Wiesen und Park führt der Weg weiter zum Beobachtungsstand mit Blick über Wiesen und Plauer See. Hier ist wieder ein guter Platz für Vogelliebhaber. Durch dichtere Parkbereiche, vorbei an zwei prachtvollen Sumpfeichen und einem Biberschnittplatz in einem kleinen Zitterpappelhain erreichen wir wieder den Rastplatz. Nachdem wir uns jetzt in den wichtigsten Gehölzen der Insel auskennen, können wir uns dem Park zuwenden.

 

Dazu gehen wir von der Informationstafel aus in das Inselinnere, folgen einem Pfad wenige Meter leicht hügelan und halten uns dann links, bis wir rechter Hand eine „Bleistiftlärche“ mit extrem säulenförmigem Wuchs entdecken. Ab hier folgen wir den Markierungen durch den Park und erleben die einmalige Kombination von verschiedenen Kiefernarten mit Trockenrasen und Rentierflechte.

 

Wir erreichen den Rundweg an den ersten Anschauungstafeln und folgen ihm zum Rastplatz zurück.

 

Für diesen NaturaTrail ist die Ortsgruppe Brandenburg / Stadt e.V. zurständig.

E-Mailadresse: brandenburg@naturfreunde-brandenburg.de

Die GPS- Aufzeichnung wurde von Michael Weggen vorgenommen.

 

Start und Endpunkt:

 

Stadt Brandenburg an der Havel, Boot erforderlich

 

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

 

– mit Regionalexpress RE 1 nach Brandenburg Hauptbahnhof, zu einem Bootsverleih im Stadtzentrum, an der Malge oder am Buhnenhaus, telefonische Reservierung eines Bootes empfohlen

 

oder


– mit Regionalexpress RE 1 nach Kirchmöser, zum Bootsverleih im Ortsteil Kirchmöser-Dorf, telefonische Reservierung eines Bootes empfohlen

 

Aus beiden Richtungen die öffentliche Anlegestelle an der NW-Spitze der
Insel ansteuern. Der dort befindliche Rastplatz kann für Tagesaufenthalt
mit Bademöglichkeit, genutzt werden.

 

Individuelle Anreise mit eigenem Boot:

 

– über die Untere Havelwasserstraße, ebenfalls die öffentliche Anlegestelle an der NW-Spitze der Insel ansteuern. Das Anlanden an anderen Stellen ist generell nicht gestattet.

 

Gehzeit (Rundweg): ca. 1 Stunde, mit Parkrundgang 2 Stunden.
Wir bitten, die gekennzeichneten Pfade nicht zu verlassen.

 

Tipp: Nach Regen ist das Gras am Weg nass, feste Schuhe sind dann
angebracht.

 

wichtiger Hinweis: Die sichtbaren Fotos nach dem aktivieren der

Fotofunktion stammen von privaten Nutzern und wurden

bei Panoramio.com hochgeladen. Für die Richtigkeit der Position der

abgebildeten Objekte können wir nicht garantieren.

 

Mehr Eigenschaften
eben  beschildert/mark.  familiengerecht  GPS erfasst  fest  Pfad / Fußweg 

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Koordinaten des Startpunktes

N 52°23.484' E 12°28.053'
N 52°23'29.086" E 12°28'03.187"
N +52.3914129 E +12.4675521

Koordinaten des Endpunktes

N 52°23.487' E 12°28.056'
N 52°23'29.261" E 12°28'03.390"
N +52.3914616 E +12.4676086

Weitere Infos unter: Link zu uns

Falls du von deiner Webseite auf diese Strecke verlinken oder als iFrame einbetten möchtest, dann kopiere einfach folgenden Codeschnippsel und binde ihn an einer beliebigen Stelle in deinem Quellcode ein:

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