Wanderung Los Llanos de Aridane Santa Cruz de Tenerife

Höhenprofil (25 m bis 1.330 m)

Höhendifferenz

1.305 m

Gesamtanstieg

1.539 m

Gesamtabstieg

1.571 m

GPSies-Index 12,38 ClimbByBike-Index 92,07 Fiets-Index 3,96


Über diese Strecke

Qualität der Strecke
Länge
46,90 km
Geo-Koordinaten
4934
Angezeigt
315 mal
Herunter geladen
120 mal

Bewertungen

Landschaft
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Rundkurs

46,90 km

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Beschreibung der Strecke

BESCHREIBUNG
Eine wichtige Lektion vorneweg: Wenn du in die Cumbre fahren willst, checke die Wolken auf dem Kamm! Wenn nur ein paar Fetzen hier und da festhängen, kannst du bedenkenlos hochfahren. In allen anderen Fällen kannst du auch fahren, aber musst damit rechnen, dass es feucht oder sogar nass wird, kalt werden könnte und überhaupt der Ausflug zu denen der unangenehmeren Sorte könnte. Auf der Ostseite ist die Nässe insbesondere unwillkommener, da die meisten Downhills (z. B. PR LP 16, 17, 18) über sehr felsiges Gelände, Wiesen oder laubbedeckten Boden (Stichwort: Kastanien. Keine ursprünglich heimische Pflanze, die aber ganz der Gewohnheit nach auch hier ihre Blätter jährlich fallen lässt.) führen. Das muss nicht, kann aber gefährlich werden. Im Westen sorgt der überwiegend sandige oder Ascheboden dafür, dass das Wasser schnell versickert und der Untergrund eher stabiler wird. Hinzu kommen in West wie Ost bei schlechtem Wetter durchaus niedrige Temperaturen. Bei uns waren es bei dieser Tour minimal 7 Grad Celsius bei Nieselregen auf ca. 1300 m.

 

Eine zweite ebenfalls Lektion vorneweg: Fahre kerngesund nach La Palma, wenn möglich mit einigen hundert Trainingskilometern in der Heimat! Ich hatte eine Erkältung, deren reizhustende Tiefausläufer mich noch gelegentlich tangierten, gerade erst hinter mir, und was macht Karl? Fährt natürlich komplett bettreif auf die Insel! In unserer Küche roch es eher wie in einer Apotheke, nach Salbei, Kamille, Zwiebel, Chinasalbe. Kaum zu glauben also, dass Karl nach dem gestrigen Test heute wieder dabei ist, zumal der spätere Regen und die niedrigen Temperaturen nicht gerade als homöopatische Idealbehandlung gegolten haben dürften.

 

Während ich mir als Warm-up die 600 hm bis Jedey gegönnt habe, hat sich Karl noch ein wenig entspannt und später das Bike ins Auto gepackt. Wenn man nicht allzu träge Beine vom Vortag hat, schafft man die Höhendifferenz in etwa 45 Minuten. Das ist dann allerdings definitiv schweißtreibend. Die Auffahrtstrecke kann noch verkürzt werden, wenn man gleich in der vierten Kehre von unten rechts abbiegt und den steilen Betonweg hochzimmert. Was dabei herauskommt, habe ich bei einer der späteren Touren erfahren. Im Gegensatz zum Vortag sind wir ab Jedey die komplette Calle Campanarios hochgefahren, bis dorthin, wo auf der Freytrag-&-Berndt-Karte das Höhlensymbol für Hoyo de la Sima eingezeichnet ist. Leider haben wir uns im Nieselregen nicht um diese Sehenswürdigkeit geschert, die von anderen durchaus empfohlen wird; das Wetter war einfach zu anstrengend für entspanntes Biken. Ab ca. 1000 Meter regnete es dauerhaft, bis wir den höchsten Punkt des Tages erreicht hatten. Unsere Hände waren gefühlt schon zu Eis erstarrt, das Schalten vor allem mit der linken Hand ging kaum noch (wenn, dann mit dem untersten Daumenknochen!), aber zum Glück war das auch selten nötig. Dazu der Wind, keine Sonne, das alles machte die Tour spätestens hier zum körperlichen und mentalen Kraftakt.

 

Als wir auf dem Cumbre-Vieja-Rundweg endlich den höchsten Punkt erreicht hatten, stand für Karl bereits fest, dass er den schnellstmöglichen Rückweg zum Auto antreten würde. Der kam postwendend in Form des PR LP 15. Fast zeitgleich kamen zwei Downhiller aus Süden an, die sich hier auf die Abfahrt vorbereiteten und so zum Beispiel ihre Schienbeinprotektoren anlegten. Meine Gedanken hafteten noch an den schwierigen Drops vom Vortag auf demselben Wanderweg etwa 250 hm weiter unten. Wenn der hier oben auch so tricky sein würde, dann hatte ich keine Lust auf dieses Abenteuer. Der Regen würde auf den Steinen und Felsen seine Spuren hinterlassen haben. Karl jedoch haben diese Bedenken nicht vom Downhill abgehalten, Hauptsache Höhenmeter verlieren. Jeder Meter abwärts bringt im besten Fall 1/100 Grad Temperaturgewinn. Ich geb zu, dass ich mit Regenjacke, kurzem und langem Shirt sowie Beinlingen recht spärlich ausgerüstet war. Ich habe mindestens meine Winterhandschuhe und eine lange (Über)Hose vermisst. Trotzdem wollte ich nicht hier schon das Ende der Tour einläuten und bin allein weitergefahren.

 

Das erwies sich als gute Wahl, denn der Regen sollte mich für lange Zeit verschonen. Auf dem Cumbre-Vieja-Rundweg ging es bis nach Süden zum GR 130. Während der erste Teil noch relativ flach, teils auf-, teils abwärts verlief, wurde das Gefälle später deutlich steiler. Auffällig oft habe ich tiefe, aber weitläufige Betonrinnen queren dürfen, die anscheinend einem besseren Abflussverhalten größerer Niederschlagsmassen dienen, ohne den Untergrund wegzuspülen. Die Landschaft ist teilweise atemraubend. Wenn die tiefen Wolken die seltsamen Nadelbäume verschleiern, fühlt man sich wie in einer Fantasy-Saga. Manche der Bäume tragen eine tiefscharze Rinde, als ob sie vor nicht langer Zeit gebrannt haben. Eine Ahnung vom Geruch dieses Ereignisses schien tatsächlich meine Nasenrezeptoren zu erreichen. Oder bildete ich mir das nur ein? Manche Stelle des Weges war komplett von Asche überhäuft, die hier sicher jede Gelegenheit nutzt, um auf den steilen Hängen abwärts zu rutschen.

 

Auf ungefähr 1000 m schien endlich wieder die Sonne, meine Hände waren halbwegs aufgetaut und tendenziell würde es jetzt nur noch hinab gehen und somit spürbar wärmer werden. Der Weg hatte nun deutlichen Forstcharakter und lohnte sich so als unspektakuläre Abfahrt kaum. Irgendwann kreuzte der GR 131, also ergriff ich die Gelegenheit, ein Stück Trail zu fahren. Lange konnte ich jedoch nicht genießen, da diverse Drops die Höhe meines Vertrauens in meine Fähigkeiten geringfügig übertrafen. Ohnehin war das Trailstück keine 300 Meter lang, bis ich abermals einen Weg kreuzte, diesmal den GR 130. Dem folgte ich zunächst auf einem herrlichen, aber kurzen Singletrail zu einer riesigen Kanarischen Kiefer. Von dort ging der Weg hauptsächlich als langweilige Piste wieder 150 hm bergauf. Gelegentlich war der Boden wieder mit Asche überladen, die sich vor allem bergab als überraschend rutschig erweisen sollte. Hier sind gute Surfkenntnisse gefragt. Schließlich sollte eine steinübersäte Abfahrt zur LP-2 die vorletzte Etappe einläuten. 

 

Nach etwa einem Kilometer auf der LP-2 verlässt der GR 130 die Straße nach links und mündet in einen herrlichen Waldtrail, der hier und da mit Steinen regelrecht geplastert zu sein scheint. Später, unterhalb von Mendo öffnet sich der Wald und gibt den Blick frei auf ein Lavafeld. Ab hier scheint der GR 130 einem Hirtenweg zu gleichen. So schreckhaft, wie die Schafe mir Platz gemacht haben, kann man davon ausgehen, dass sie noch nicht allzu vielen Mountainbikern begegnet sind. Das kann ich nachvollziehen, denn die weitere Strecke ist zwar nicht sonderlich steil, aber dennoch anstrengend, da viele Bergaufpassagen mit reichlich Geröll gesegnet sind. Von Flow kann hier definitiv keine Rede mehr sein. Dafür wird man mit herrlichen Blicken auf den Atlantik und bizarren Lavaformationen, die sich links und rechts des Weges auftürmen, belohnt.

 

So wie der Montaña Jedey, rückt Minuten später auch eine bedrohliche Wolkenfront immer näher. Als es einige hundert Meter vor mir schon in Strömen regnet, lege ich das Bike reflexartig zur Seite, hole die Regenjacke aus dem Rucksack, über den ich bei der Gelegenheit die Regenhülle ziehe, und muss keine zehn Sekunden mehr warten, bis der Himmelsinhalt auf mich herabprasselt. Vor mir liegt das nächste Lavafeld, ein Sahnestück von Trail, wie ich später bei Trockenheit erfahren werde. Im Regen jedoch riskiere ich erst recht keinen Sturz und fahre äußerst vorsichtig über die rutschige Lava. Die Gegenanstiege verlangen Kraft und Technik, so tief sinken die Reifen manchmal ein, so hoch und zerfurcht sind die natürlichen Steinstufen.

 

Als ich wieder auf der LP-2 fahre, sind meine Beinlinge längst wieder trocken. Ich biege recht bald links in eine Nebenstraße – die steile Schlussrampe vom Vortag – und rase mit fast 80 km/h gen Las Manchas, ein kurzer Gegenanstieg, ein Flachstück, dann geht es abermals links weg, diesmal auf die Piste, die zum dritten Lavafeld (Malpais del Volcán de San Juan) an diesem Tag führt. Eben jenes ist mir vom Vortag wohlbekannt, so dass ich es erstmals richtig krachen lassen kann, die Kurven ausreizen und Sprünge verlängern kann. Abgeschlossen wird die Tour von der Asphaltabfahrt auf der LP-213, die ich Stunden zuvor schweißgebadet hochgekraxelt bin.

 

STATIONEN
Puerto Naos (30 m)
Jedey/LP-2 (600 m)
Hoyo de la Sima (1220 m)
Einstieg PR LP 15 (1270 m)
Piña Canarias (840 m)
LP-2 (600–750 m)
Malpais del Volcán de San Juan (400–450 m)
Puerto Naos (30 m)

 

VERLAUF
➚ LP-213 (Asphalt)
➙ Querfeldein zwischen Bananenplantagen (Sand/Steine/Gestrüpp)
➚ Nebenstraße (Asphalt)
➚ Calle Campanarios (Asphalt, Piste)
➙➘ Vulkanrundstrecke (Piste)
➘ Forstweg (Piste)
➘ GR 131 (Sand/Steine)
➙➚➘ GR 130 (Sand/Steine, Asche, Piste)
➘ LP-2 (Asphalt)
➘➙ Nebenstraßen (Asphalt)
➘ Piste (Sand/Steine, Asche, Lava)
➘ LP-213 (Asphalt)

Bilder / Videos

Bilder zur Strecke

Mehr Eigenschaften
eben  hügelig  bergig  GPS erfasst  fest  weich  steinig  ausgewaschen  Querfeldein  Singletrail  Fahrweg / Wirtschaftsweg  Straße  Schotterweg / Sandweg 

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Koordinaten des Startpunktes

N 28°35.206' W 17°54.597'
N 28°35'12.368" W 17°54'35.877"
N +28.5867690 E -17.9099660

Koordinaten des Endpunktes

N 28°35.214' W 17°54.585'
N 28°35'12.850" W 17°54'35.143"
N +28.5869030 E -17.9097620

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