Wanderung Los Llanos de Aridane Santa Cruz de Tenerife

Höhenprofil (24 m bis 1.483 m)

Höhendifferenz

1.459 m

Gesamtanstieg

2.001 m

Gesamtabstieg

1.558 m

GPSies-Index 16,46 ClimbByBike-Index 103,39 Fiets-Index 5,05


Über diese Strecke

Qualität der Strecke
Länge
46,60 km
Geo-Koordinaten
4310
Angezeigt
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44 mal

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Landschaft
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Einweg-Strecke

46,60 km

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Beschreibung der Strecke

BESCHREIBUNG
Diese Tour ist die konsequente Fortsetzung der vorherigen, gezwungenermaßen, wartet doch das Auto seit dem Vortag auf der anderen Inselseite darauf, abgeholt zu werden. Das Höhenprofil sagt eigentlich alles aus: entspannt hoch bis zum Gebirgskamm, doppelt so steil hinab bis zum Meer und anschließend wieder entspannt hoch bis zum Auto auf ca. 500 m. Das Wetter ist, in Kontrast zum vorherigen Tag, goldig. Ideale Bedingungen also für eine Inselquerung von West nach Ost und zurück, dann mit dem Auto. Karl nutzt das herrliche Wetter stattdessen für einen Strandtag.

 

Die ersten 600 hm reiße ich ohne großartige Pausen in 45 Minuten weg. Nach etwas mehr als einer Stunde bin ich auf ca. 830 m und mache die erste längere Pause. Hier oben ist es merklich kühler, wenn ein straffer Wind weht und die Sonne mal für einen Moment hinter den Wolken verschwindet. Also lasse ich mir meine Schokoriegel und ein Brötchen lieber im Windschatten schmecken. 15 Minuten später geht es schon weiter, schließlich habe ich noch einiges vor mir. Fast genau eine Stunde später habe ich auch die letzten 800 hm bis zur Passhöhe hinter mir. Zwischendurch fahre ich wie in einem Rausch die schwach, aber kontinuierlich ansteigende Aschepiste hoch. Am Refugio del Pilar ist einiges los. Die Einheimischen nutzen das schöne Wochenendwetter und grillen in großen Gruppen, der Kinderspielplatz wirkt alles andere als verlassen wie noch tags zuvor. Hier oben scheint die Sonne und im Wald ist vom Wind allenfalls ein laues Lüftchen zu spüren; da bereitet ein Aufenthalt umso größere Freude.

 

Leider sind die 20 Minuten Pause nicht genug, um mir bewusst zu werden, dass ich dringend auf Toilette hätte gehen sollen. Das Käsebrötchen hat anscheinend meine Verdauung auf Touren gebracht. So kann ich mich kaum über die herrliche Wegführung des PR LP 17 freuen, als dieser auf der anderen Seite des Passes allmählich zum Downhill wird. In einem Dickicht mache ich Halt, um mich des unnötigen Ballasts zu entledigen, aber – o weh! – ich habe kein Toilettenpapier dabei. Ich hätte, wie mir jetzt beim Schreiben einfällt, meine Wanderkarte missbrauchen können, aber stattdessen habe ich mich für eine lose Auswahl einheimischer Pflanzen und deren Blätter entschieden. Eigentlich klingt das nach „survival“, aber mit leichtem Durchfall ist das eher „comical“. ;-) Danach läuft's jedenfalls rund, so oder so.

 

Noch nie habe ich so lange am Stück gebremst wie auf diesem Downhill, der technisch nicht sonderlich anspruchsvoll ist, aber aufgrund des feuchten Bodens seine Tücken bereithält. Den nassen Steinen traue ich grundsätzlich nicht über ihren Weg und doch geht alles gut. Solange die Linien wohlüberlegt gefahren werden, kann gar nicht viel passieren. Nur nicht zu langsam! Und immer schön nach Auslaufzonen gucken! Lediglich an drei oder vier Stellen steige ich sicherheitshalber ab, wenn mir der Untergrund zu böswillig oder ein Absatz zu hoch erscheint. Die obersten 300 hm sind gewiss der schönste Teil des PR LP 17, aber auch darunter bleibt ausreichend Fahrspaß übrig. Die Wanderer, die mir entgegenkommen, haben hoffentlich genauso viel Vergnügen. Der Weg kreuzt gelegentlich andere Pfade, Fahr- und Wanderwege, weiter unten, ab ca. 900 hm wird die Landschaft offener, erste Grundstücke erscheinen am Streckenrand. Während der Schwierigkeitsgrad unweigerlich abnimmt, erhalten die Bremsen kaum eine Atempause. Steil geht es die letzten Höhenmeter hinab zur LP-206, wo auch ich erstmals eine kleine Verschnaufpause einlegen kann. Ein Blick nach rechts verrät mir, dass niemand Interesse an unserem Mietwagen gehabt hat. Ein weiterer Blick nach vorn offenbart nochmals 500 hm rauschende Abfahrt, hauptsächlich auf Asphalt und Beton, zwischen Grundstücken und Bananenplantagen hindurch. Dann stehe ich plötzlich am Meer, wo die Wellen auf die schroffe Küste prallen. Ich schwitze wie verrückt, hier unten erscheint mir die Wärme auf einmal unerträglich. Langes Shirt, Handschuhe, Beinlinge, Schuhe – alles muss runter vom Leib. In der ersten Pause hat mich der Wind noch frösteln lassen, jetzt ist er mir eine willkommene Abkühlung. Die Abfahrt hat tatsächlich eineinviertel Stunden gedauert, unglaublich! Ich genieße meine verbleibenden Essensvorräte und den Blick auf die Brandung, deren wiederkehrendes Hämmern zweimal, vielleicht dreimal vom rasch anschwellenden, monotonen Brummen der landenden Flugzeuge übertönt wird. Die Start- und Landebahn des Flughafens beginnt keine 500 Meter von hier.

 

Eine halbe Stunde später erscheint mir die Aussicht auf die letzten 500 Höhenmeter dieser Tour verlockend genug, um meine Sachen zu packen und endlich das Tagesziel in Angriff zu nehmen: das Auto holen. Bis dorthin ist der Weg ein längerer, denn ich beschließe, den Canal del Estado zwischen Malpaíses und Mazo und damit einen Bogen zu fahren. Bis der Kanal allerdings gefunden ist, sind zunächst 400 hm Asphalt und ein wenig Piste zu bewältigen. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Nebenstraße, die von der LP-208 abzweigt, nagelneu gebaut wurde, sogar mit einer Art Standstreifen, und von einem Moment auf den anderen zu dem wird, was sie vormals gewesen sein muss: Piste. Auf der LP-2 schließlich darf wieder auf Asphalt gerollt werden. In Malpaíses nehme ich den erstbesten Abzweig und hoffe, den Kanal zu entdecken. Aber niente! Nada! Beinahe 100 hm quäle ich mich auf einer ultrasteilen Nebenstraße nach oben, um enttäuscht feststellen zu müssen, dass der Kanal nirgendwo ausfindig zu machen ist. Sollte ich ihn etwa übersehen haben? Theoretisch hätte ich ihn kreuzen müssen. Ich probiere hier und dort einen Abzweig, eine Einfahrt, aber nichts da. Schließlich frage ich einen alten Mann, als ich schon verzweifelt wieder zur LP-2 hinabfahre. Und der bedeutet mir nichts anderes, als genau das zu machen – um später von der Hauptstraße direkt auf den Kanal abzubiegen. Also einmal ums Carré sozusagen.

 

Der Kanal erinnert an die Levadas auf Madeira, allerdings ist er mit Betonplatten abgedeckt. Die Mühe ist er, nicht allein deswegen, nur bedingt wert. Zwar führt er auf vier Kilometern quasi waagerecht am Geländeprofil entlang durch eine Landschaft, die geprägt ist von dichtem Strauch- und Pflanzenbewuchs einerseits und Gartengrundstücken, deren Wasserquelle der Kanal zu sein scheint, andererseits. Man hat das Gefühl, mittendrin zu sein statt nur vom Rande aus alles zu überblicken. Doch die dämlich nach oben abstehenden Betonfugen zwischen den Platten sind allerhöchstens Musik in den Ohren von Federgabelfanatikern, mit chilligem Fahren hat das nichts zu tun. So beschränkt sich die Freude auf die gewundene Strecke, die hin und wieder von einer Querung unterbrochen wird, wo dann für einen Moment das monotone Plopp-plapp der Reifen zum Erliegen kommt. Wer Angst vor Hunden hat, sollte diese Strecke erst recht sein lassen, denn irgendwo auf halbem Wege scheint sich das Frauchen mehrerer bell- und vielleicht bisswütiger Hunde nicht allzu sehr um vorbeifahrende Radler zu kümmern. Jedenfalls lässt ihr Gesichtsausdruck das vermuten. Da scheint der Prügel (natürlich der Hunde wegen!) keine so schlechte Idee zu sein, wie jemand im Internet vorgeschlagen hat, der diesen Weg ebenfalls gefahren ist.

 

Mazo muss das Bad Tölz von La Palma sein, so gutbürgerlich wie es dort zugeht. Immerhin stehen die geputzten und verzierten Fassaden der Gebäude in höchstem Kontrast zum Zustand der meisten anderen auf der Insel. Natürlich ist das übertrieben, aber das Ensemble an architektonisch artverwandter Bausubstanz ist schon bemerkenswert. Sicherlich wird das ansässige Krankenhaus (oder Sanatorium oder ähnlich) seinen Anteil an dieser Entwicklung tragen. Der kurze Gesamteindruck ist stark touristisch geprägt.

 

Vom Ortsausgang ist das Auto schon zu sehen. Damit ist die West-Ost-Querung zu Ende, die 2000 hm sind voll. Es folgt die kurvenreiche Autofahrt auf der LP-301 über den El Pilar, wobei mir der zweite Gang des Skoda Fabia der liebste ist. Wie schon bei unserer ersten Auffahrt kommt mir diesmal kaum jemand entgegen. Als ich auf der anderen Seite nach weiteren sieben Kilometern das Ende der LP-301 erreiche, steht die Sonne bereits tief über dem westlichen Horizont. Welch ein Glück, dieser Tag!

 

Nachtrag: Am Vortag hatten wir beobachtet, wie Spanier bei der Aussicht über den Llano del Jable an Kreuzungen und Abzweigungen Straßen und Wege mit Markierungen und Pfeilen versehen haben. Ihnen folgten zwei Radfahrer, ein Mann und eine Frau, die anscheinend die markierte Strecke abfuhren. Später, auf dem PR LP 14.1 haben wir sie wieder getroffen, auch dort waren mit Kreide Pfeile auf den Boden gezeichnet, wo die Rennstrecke langführt, durchgezogene Linien an Abzweigen, die nicht gefahren werden sollen. Welches Rennen hier vorbereitet wurde, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Aber wir glauben gehört/gelesen zu haben, dass jährlich ein XC-Race stattfindet. Jedenfalls konnte ich derartige Markierungen auch am Tag danach auf dem PR LP 17 sehen, der offensichtlich zu großen Teilen zur Rennstrecke gehört haben muss.

 

STATIONEN
Puerto Naos (30 m)
San Nicolás/LP-2 (600 m)
Casas de Tacande/LP-212 (750 m)
El Llano del Jable (1200 m)
El Pilar/LP-301 (1489 m)
Aeropuerto de La Palma (10 m)
Malpaíses (430 m)
Mazo (450 m)
 

VERLAUF
➚ LP-213
➚ Nebenstraßen (Beton, Asphalt)
➙ LP-2 (Asphalt)
➚ LP-212 (Asphalt)
➚ Camino de la Vaca (Asphalt und Beton, später Sandpiste)
➚ SL EP 103 (Asche)
➚ LP-301 (Asphalt)
➘ PR LP 17 (Sand, Lehm/Steine/Geröll, Wiese)
➘ Nebenstraße (Asphalt)
➘ Nebenstraßen/Wirtschaftswege (Asphalt, Beton, Piste)
➚ LP-208 (Asphalt)
➚ Nebenstraße (Asphalt, Piste)
➚ LP-2 (Asphalt)
➙ El Canal del Estado (Beton)
➚ Nebenstraße (Asphalt)
➘ LP-206 (Asphalt)

Etappe

Etappe, vorherige Strecke:

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Koordinaten des Startpunktes

N 28°35.208' W 17°54.583'
N 28°35'12.516" W 17°54'35.01"
N +28.5868100 E -17.9097250

Koordinaten des Endpunktes

N 28°36.915' W 17°46.839'
N 28°36'54.921" W 17°46'50.386"
N +28.6152560 E -17.7806630

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