Wanderung Fuencaliente de la Palma Santa Cruz de Tenerife

Höhenprofil (32 m bis 1.298 m)

Höhendifferenz

1.267 m

Gesamtanstieg

1.775 m

Gesamtabstieg

2.499 m

GPSies-Index 13,83 ClimbByBike-Index 99,87 Fiets-Index 2,57


Über diese Strecke

Qualität der Strecke
Länge
70,56 km
Geo-Koordinaten
6186
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47 mal

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Einweg-Strecke

70,56 km

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Beschreibung der Strecke

BESCHREIBUNG
Diese Tour, unsere fünfte, kann getrost als erste (und zugleich einzige) „echte“ Tagestour gewertet werden, nicht nur aufgrund ihrer Länge. Wir haben es geschafft, vor 12 Uhr auf der Strecke zu sein. Nicht dass wir immer extrem lange geschlafen hätten, aber früher als 8 oder 8.30 sind wir nie aufgestanden. Bis die Brötchen vom Bäcker geholt sind, das Wetter von der Dachterrasse aus gecheckt, der Tee gekocht, in Ruhe gefrühstückt, umgezogen und Ausrüstung gepackt ist, vergehen gerne zwei oder zweieinhalb Stunden. Ach, der Fernseher lief früh auch immer, weil die Neuigkeiten vom Atomkraftwerk in Japan uns doch irgendwie zu interessieren schienen. Bikes zum Auto bringen, Vorderräder ausbauen, schön gepolstert und rutschfest reinstapeln, zum Start fahren. Alles das dauert natürlich auch nochmal. ;-)

 

Los geht es direkt von der LP-2 auf den GR 130. Die ersten fünf Kilometer sind nicht so der Reißer. Ich hatte die schöner in Erinnerung, als ich sie auf Tour 2 entgegengesetzt gefahren war. Wir fahren auf äußerst gerölllastiger Piste 150 hm bergauf, gelegentlich durch herrlich schlüpfrige „Aschegruben“. Bis zur großen Kanarischen Kiefer büßen wir wieder 100 hm ein. Danach wird der GR 130 zu einem Singletrail, leider nur sehr kurz. Es geht nun in zahlreichen Windungen auf einem Wald- und Forstweg von 850 bis auf 1250 m hoch. Die Steigung ist äußerst angenehm, die Strecke nicht sonderlich abwechslungsreich, falls nicht gerade die Forstarbeiter Bäume fällen. Die letzten knapp zwei Kilometer der Auffahrt sind da schon spektakulärer: zu unserer Rechten erstreckt sich ein wahnsinnig steiler Aschehang gen Himmel, den Wagemutige schon mit einem Allradantriebgefährt erklimmen wollten (um grandios zu scheitern, wie die Spuren es gezeigt haben). Auf der linken Seite eröffnen sich Blicke auf den Atlantik, sofern man wie wir mit klarer Sicht gesegnet ist. Wenige hundert Meter später erheben sich sattgrün bemooste Felsewände auf der Bergseite, während auf der Hangseite die zerzausten Kiefern mit ihrem spärlichen Nadelkleid so verrußt aussehen, als seien sie der Hitze des letzten Vulkanausbruchs gerade noch entkommen. Wenn es nach unseren Nasen geht, dann muss es dort wirklich vor nicht langer Zeit gebrannt haben.

 

Wir pausieren auf einem Hügel, nachdem wir das Ende der Auffahrt erreichen. Die Verpflegung ist inzwischen ritualisiert: pro Kopf zwei, drei Bananen, ein Nutella- und ein Käsebrötchen, zwei, drei Energieriegel, zwei Liter Wasser. Mit der Spiegelreflex, einem Wechselshirt und der Regenjacke ist der Rucksack danach schon gut gefüllt. Je nach Wetterlage kommen noch Beinlinge, lange Hose, Winterhandschuhe, zweites Wechselshirt dazu. Dann geht der Reißverschluss kaum noch zu. Für eine Alpenüberquerung wohl zu wenig Packvolumen. Pflichtutensilien wie Flickzeug, Ersatzschlauch, Luftpumpe, Werkzeug sind sowieso inklusive in den hintersten Winkeln des Rucksacks. Mit dem Gewicht sind wir ganz gut klargekommen, solange es nicht allzu steil und schnell bergauf ging. Denn dann drückt die Masse doch arg auf die Lendenwirbel.

 

Wir fahren keine 100 Meter mehr auf dem Forstweg, bevor wir den Abzweig auf den SL FC 110 nehmen. Dieser Singletrail ist ein Schmuckstück vor dem Herrn. Von dieser Sorte könnte es ruhig deutlich mehr Wege auf La Palma geben. Aber wer weiß, vielleicht haben wir sie nur noch nicht gefunden. Es gibt ohnehin genügend Gründe, auf diese Insel zurückzukehren. Gelegentliche Rampen mit kleineren Hindernissen machen diesen Trail auch technisch zu einem besonderen. Nachdem die wenigen Höhenmeter erklommen sind, geht es flacher und schließlich leicht bergab weiter. An einer Kreuzung von mehreren Wegen fühlen wir uns plötzlich wie im Singletrail-Land. Mindestens drei Optionen bieten sich dem Genießer, wir wählen die mittlere und surfen auf der Asche bis zum GR 131.

 

So ähnlich muss sich ein Bikepark anfühlen: malerische Wegführung, geschwungene Kurven, welliges Profil. Als wir in den GR 131 einbiegen, wähnen wir uns im Paradies. Es folgen 400 hm Downhill, die teilweise an Flow nicht zu überbieten sind, teilweise aber auch verblockt sind und uns hin und wieder zum Tragen zwingen. Rücksicht ist geboten, wenn Wanderer auf dem Weg unterwegs sind. Ohnehin sollte man nicht wild über alles hinwegbügeln, wo ausreichend vorhandener Federweg dazu verleiten könnte. An einigen Stellen kann man gut sehen, wie Biker die „Topologie“ schon modifiziert haben. Ob darunter mehr als nur die Romantik des Weges zu leiden hat, mag ich an dieser Stelle nicht zu sagen. Generell sollte man sich aber bewusst sein, dass man hier im Naturpark fährt.

 

In Los Canarios, ehemals Fuencaliente, wird das Spektakel für einen Kilometer unterbrochen, ehe wir Asphalt und Beton wieder verlassen und den Vulkan San Antonio auf den engen und nicht selten steilen Aschekehren des GR 131 westlich umfahren. Hunderte Meter später ist der Nervenkitzel vorbei und wir erreichen eine Piste, auf der es weiter um den Vulkan herum bergab geht. In unseren Blick gerät plötzlich eine bizarre Landschaft, wie man sie höchstens auf dem Mond oder in brandenburgischen Tagebauen vermuten würde. Wir staunen wie die kleinen Kinder und rasen, magisch angezogen von seinen grandiosen Aschekegeln, auf den Vulkan Teneguía zu. Wanderer bestätigen uns, dass es sich lohne, die Aussicht auf seinen Gipfeln zu erklimmen. So zögern wir nicht, unsere Bikes zu schultern, als uns der wahlweise verblockte oder versandete Untergrund jegliche Bodenhaftung vermissen lässt. Oben angekommen, stürmt ein einziger mächtiger Reiz auf unsere Sinne ein, unaufhörlich und fast unwiderstehlich: Wind. Wir wollen von dem einen zum nächsten Gipfel fahren und werden beinahe aus der Bahn geworfen, so stark bläst uns der Luftstrom entgegen.

 

Nach einer Pause im Windschatten des Aschekegels kehren wir denselben Weg zurück zum Fuße des Vulkans Teneguía, um von dort über ein Aschefeld wieder zum GR 131 gelangen. Was nun folgt, ist abermals unbeschreiblich, man muss es erlebt haben. Mit 60 km/h rasen wir bergab auf einem schmalen, von scharfkantigen Lavabrocken eingefassten Aschetrail, der ebenso zu schwimmen scheint, wie die Schaumkronen auf dem Meer, die unaufhaltsam näherkommen. Aber Obacht: Für Wanderer und Biker ist definitiv kein Platz nebeneinander, also unbedingt in die Ferne schauen und auf freie Fahrt prüfen! Genügend Abstand zum Vordermann sollte selbstverständlich sein, denn der weiche Untergrund ist unberechenbar. Wer es macht wie wir, sich gegenseitig mit der Helmkamera filmt, riskiert den Crash bei einem unerwarteten Verbremser. Dass hierbei neben den Nerven übrigens auch das Material an seine Belastungsgrenzen gelangt, soll nur am Rande erwähnt werden. Wenn der Schuh, nachdem er die scharfen Lavabrocken touchiert hat, noch nicht aufgerissen ist, dann hast du entweder Glück gehabt oder einen wirklich guten Schuh. :-)

 

Als wir auf die Asphaltstraße LP-207 treffen, drehen wir um und fahren, weil es so geil war, ein zweites Mal zum SL FC 112 hoch, der genau zwischen den Vulkanen San Antonio und Tenegía verläuft. Diese Hammerabfahrt auf dem GR 131 macht süchtig. Diesmal fahren wir sie komplett. Zweimal wird die Asphaltstraße LP-207 gekreuzt, ehe wir auf dem für die Flow-Götter erschaffenen Endstück des Trails die letzten Höhenmeter vor dem Leuchtturm vernichten. Wer nach dieser Pulshatz einen Ruhepol sucht, findet diesen vielleicht auf dem informativen Rundweg durch die Salinas de Fuencaliente (Salinen). Apropos Technikbelastung: im zweiten Run passieren wir kurz vor der Straße ein Bikerpaar, das – und da mag ich mich aus Erfahrung definitiv festlegen – nichs anderes als einen Snakebite zu versorgen hat. ;-)

 

Der Rest des Tages ist vergleichsweise langweilig. Wir springen noch am Leuchtturm solange die Treppen runter, bis wir den Drop schaffen, ohne eine Stufe mit dem Hinterrad zu berühren. Danach fahren wir in westlicher Richtung durch die unzähligen Bananenplantagen, ehe es 600 hm in sieben Kehren bis Las Indias hochgeht. Die gemächliche Steigung auf gutem Asphalt verleitet Bergziegen zum Kurbeln und bringt einen auf diese Weise in weniger als einer Stunde wieder zurück in die Zivilisation von Los Canarios. Inzwischen habe ich mich längst von Karl getrennt, um am Auto vorbei- und vorauszufahren. Einer muss ja schließlich den Einkauf fürs Abendessen erledigen! Zum Glück hatten wir vergessen, das Auto abzuschließen. So kann ich meinen erschöpften Wasservorrat auffüllen, ehe ich die dortige Höhe von 750 m mit Fahrspaß wieder auf annähernd null reduziere. Aber nix da! Inzwischen, die Sonne ist vor wenigen Minuten untergegangen, ist es zu dunkel, um ohne Licht ungefährdet auf der Hauptstraße zu fahren. Ich nehme in Jedey die rasend steile Abfahrt auf der Nebenstraße, um anschließend im Halbdunkeln durch das Lavafeld zu tuckern. Plötzlich mutiert man zum ängstlichen Anfänger, der hinter jedem Stein einen Lenkerabstieg fürchtet. Aber irgendwann ist auch dieses Nervenzittern vorüber und die Hauptstraße hat mich wieder. Jetzt nur noch fix an ein vorbeifahrendes Auto gen Puerto Naos ranheften und, gut geschützt sowie mit Licht der vorausleuchtenden Eskorte versorgt, nach Hause rollen. Der Spar macht übrigens 20 Uhr zu; ich habe mein Bike um 19.52 Uhr neben dem Eingang abgestellt. Es gab Spaghetti mit Tomatensoße und Käse. Dann waren wir satt, vom Essen – und vom Tag.

 

STATIONEN
Camineros Albergue (780 m)
Piña Canaria (840 m)
Montaña de los Faros (1266 m)
Fuente El Pinar (1200 m)
Los Canarios (700 m)
Volcán Teneguía (427 m)
Faro de Fuencaliente (32 m)
Los Canarios (700 m)
Camineros Albergue (780 m)
Jedey (600 m)
Malpais del Volcán de San Juan (400–450 m)
Puerto Naos (30 m)

 

VERLAUF
➚➙➘ GR 130 (Piste, Sand, Asche)
➚ Cumbre-Vieja-Rundweg (Piste)
➚➘ SL FC 110 (Lehm, Asche, Piste)
➘ GR 131 (Asche, Geröll)
➘ Nebenstraßen (Asphalt, Beton)
➘ GR 131 (Asche, Piste)
➘➚ Wanderweg (Geröll, Asche)
➘ GR 131 (Asche)
➚ LP-207 (Asphalt)
➚ Nebenstraße (Asphalt)
➚ SL FC 112 (Asche)
➘ GR 131 (Asche)
➚ Nebenstraße (Asphalt)
➙ LP-207 (Asphalt)
➚ LP-209 (Asphalt)
➚ Nebenstraßen (Asphalt)
➚ LP-2 (Asphalt)

Bilder / Videos

Bilder zur Strecke

Mehr Eigenschaften
eben  hügelig  bergig  GPS erfasst  fest  weich  steinig  ausgewaschen  Pfad / Fußweg  Singletrail  Fahrweg / Wirtschaftsweg  Straße  Schotterweg / Sandweg 

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Koordinaten des Startpunktes

N 28°32.292' W 17°51.987'
N 28°32'17.541" W 17°51'59.277"
N +28.5382060 E -17.8664660

Koordinaten des Endpunktes

N 28°35.226' W 17°54.558'
N 28°35'13.610" W 17°54'33.480"
N +28.5871140 E -17.9093000

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