Unter Extremsport stellen sich die meisten Menschen Marathonläufe, den Iron Man, Freeclimbing, Fallschirmspringen und einige andere, eine Höchstleistung abverlangende Sportarten. Doch auch das Marschieren gewinnt in den letzten Jahren immer mehr Herzen, und auch starke Marathonläufe ziehen den Hut von der besonderen Herausforderung.

Wir sprechen hier aber nicht von einem entspannten Tagestripp, auch nicht von einer mehrtägigen Tour vom Campingplatz zum Campingplatz, vielmehr sind große Herausforderungen gemeint. Von Extremsport spricht man bei Märschen von 50 – 120km, dazu gehört z. B. der Berliner Mammutmarsch.

100 Km in 24 Std

Für manche Menschen hört es sich nach einer Herausforderung an, für andere ist es Irrsinn. Die 100km-Märsche beinhalten keine Übernachtungen, kaum Pausen, nur unglaublich viele Schritte. Der Energieverbraucht ist so hoch, dass es kaum möglich ist, ihn während des Sportevents aufzuessen. Ein durchschnittlicher Mensch verbraucht nur durch das Gehen rund 7.000-8.000 kcal, was durch die nächtliche Kälte, Störung des Wachrhythmus und vor allem die fehlende Erholung und massive Müdigkeit verdreifacht wird. So verbrennt ein Teilnehmer, der einen 100km-Marsch schafft, rund 8 Nutella Gläser an einem Tag.

Neben dem Mammutmarsch bergen Deutschland und auch benachbarte Länder verschiedenste Gewaltmärsche, wie z.B. den Fichtelbergmarsch bei Chemnitz, den MEGAMARSCH und andere interessante Events.

Für wen ist es machbar?

Lange nicht jeder begeisterte Wanderer kann diese Challenge ohne Weiteres schaffen. Die Dauer und die Entfernung sind auch für erfahrene Sportler ein harter Brocken, der Vorbereitung und eine solide Ausrüstung erfordert.

„Ich musste nach 44 Kilometern abbrechen. Es war zu kalt und jeder Muskel hat weh getan. Dabei laufe ich ohne Probleme 30 Kilometer am Stück, das Gehen hat sich aber durch die lange Zeit als sehr schwierig erwiesen. Ich war 9 Stunden ohne große Pausen unterwegs und es ist mir ein Rätsel, wie andere Teilnehmer die Zeit verdreifachen konnten.“ So der 27jährige Sportstudent aus Hamburg, der beim Mammutmarsch 2016 dabei war.

 


70, 100 oder sogar 120 Kilometer: Der Marsch ist ein Extremsport. Bildernachweis

Kein günstiges Vergnügen

Die großen Märsche haben ihren Preis: Das Geld für die Anmeldung liegt meist zwischen 40 und 60 Euro, dabei ist der Betrag im Vergleich zu der notwendigen Ausrüstung recht gering. Anreisekosten, eine Unterkunft und vor allem das Sportequipment lassen die Teilnehmer tief in die Tasche greifen. Interessante Daten liefern laut mein-deal.com sogenannte Fitness-Tracker. Diese geben nicht nur über zurückgelegte Strecken und Geschwindigkeiten Auskunft sondern messen auch den Herzschlag und Kalorienverbrauch. Das teuerste Stück der Ausrüstung, neben der Technik, ist meistens ein geeigneter Sportschuh. Hier sollte jeder Teilnehmer unbedingt auf die Leichtigkeit, Bequemlichkeit und Qualität achten. Es lassen sich bei gezielten Suchen und Vergleichen wahre Schnäppchen finden und auch die Teilnehmer mit einem geringeren Budget können trotzdem qualitativ hochwertiges Schuhwerk beim Marsch tragen.

Anforderungen an die Schuhe

Im ersten Moment würden viele Interessenten auf gute Wanderstiefel tippen, aber für die meisten Menschen wäre es die falsche Wahl. Solange die geplante Strecke jenseits vom Gebirge liegt und bei sommerlichen Temperaturen stattfindet, ist vor allem von neuen Wanderstiefeln dringend abzuraten. Trail Running-Schuhe sind die bessere Wahl, entscheidend bei den Gewaltmärschen ist nämlich die Zeit. Bereits nach wenigen Stunden monotoner Schritte werden die Füße sehr heiß, schwitzen und es entsteht zwangsläufig eine Reibung. Trail Running-Schuhe sind deutlich besser in der Lage, die Wärme auszuleiten und den Fuß länger trocken zu halten. Ebenso sind die Schuhe leicht und belasten die Füße der Teilnehmer kaum, während ein schwerer Wanderschuh jeden Schritt erschweren kann.

Neben den Schuhen spielen auch Socken eine große Rolle. Viele Teilnehmer schwören auf Anti-Blasen-Cremes und Salben, doch eine gute, qualitativ hochwertige und perfekt sitzende Socke schon die halbe Miete ist. Wichtig ist aber, die Socken alle 4-5 Stunden bzw. 30km zu wechseln.

Mit Motivation und Vernunft an den Start

Letztendlich sollte jeder Interessent eine längere Strecke getestet haben, bevor es an die Startlinie geht. Solide Verpflegung mit zahlreichem Essen, ausreichend Wasser, Blasenpflaster, Licht und ggf. Medikamenten sind das A&O, um auch 100 Kilometer unbeschadet durchzustehen. Noch wichtiger ist aber, die Anweisungen der Veranstalter wirklich ernst zu nehmen und sich niemals zu übernehmen. Das Marschieren ist eine unglaubliche und unvergessliche Herausforderung und ist jeden Schritt wert, wenn man beim Ziel angekommen ist.