Wanderung Eckersdorf Upper Franconia

Höhenprofil (364 m bis 444 m)

Höhendifferenz

80 m

Gesamtanstieg

84 m

Gesamtabstieg

83 m

GPSies-Index 1,8


Über diese Strecke

Qualität der Strecke
Länge
4,52 km
Geo-Koordinaten
63
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Landschaft
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Rundkurs

4,52 km

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Beschreibung der Strecke

Eine Reise in die Erdgeschichte -
Teufelsloch und Aftergraben
Rund um die Neubürg -
Fränkische Schweiz

 

 

Ü ber die Ent s tehun g der Rhätsandsteinschluchten Teuf e l s loch und A fter g rabe n

 

Die beiden Schluchten haben die gleiche Entstehungsgeschichte. Zu Beginn des Jura (das Erdzeitalter, in dem die Dinosaurier sich verbreiteten), also vor etwa 200 Millionen Jahren, befand sich hier ein flaches Meer, das sich vom Nordseebecken her erstreckte. Etwas östlich mündete an der Küste ein Fluss in einem großen Delta in das Meer. Dieser transportierte Sand, den er in seinem Oberlauf durch das "Böhmische Massiv" ausgewaschen hatte. Durch die reduzierte Fließgeschwindigkeit akkumulierten (Ablagerung) die Sedimente, insbesondere der Sand. Ähnliche Prozesse lassen sich in den Bächen beobachten. Man erkennt, wo der Bach Material aus- wäscht und wo er es aufgrund einer geringeren Fließgeschwindigkeit wieder ablagert. Im Lauf der Jahrmillionen kam es zu tektonischen Bewegungen. Das Festland hob sich, das Meer zog sich zurück. Durch weitere Ablagerungsprozesse wurde der angeschwemmte Sand viele Meter hoch überdeckt und durch die Diagenese (auflastenden Druck und zunehmende Temperatur) zu Sandstein verfestigt. Die Schichten blieben aber nicht waagerecht aufeinander liegen. Durch Bewegungen der Festlandplatten zerbrachen die Schollen, wurden gefaltet oder übereinandergeschoben. Auch die aufliegenden Schichten wurden wieder abgetragen und es kam zu Klimaveränderungen. Schließlich lag der Rhätsandstein wieder offen. Bäche schnitten sich immer tiefer in ihn ein und es entstanden die beiden Schluchten Aftergraben und Teufelsloch. Die Prozesse, die unsere Erdoberfläche formen, sind natürlich nicht abgeschlossen. Die Landschaft ist weiterhin im
Wandel. Am Ausgang des Aftergrabens. nachdem man den Bach überquert hat und der Weg leicht ansteigt, entstand vor einigen Jahren rechts unten am Bachlauf ein kleiner
See durch einen Erdrutsch, dessen Spuren noch zu sehen sind. Unter dem Rhätsand-stein liegt der Feuerletten, eine sehr feinkörnige und wasserundurchlässige Schicht. Dadurch treten am Übergang der bei den Schichten zahlreiche Quellen aus. Im Frühjahr zur Schneeschmelze lässt sich das besonders gut beobachten. Durch die Wasserundurchlässigkeit findet sich in der Talsohle ein feuchter und sumpfiger Boden mit entsprechender Vegetation. Vor allem im Frühjahr entdeckt man hier Buschwindröschen und Sumpfdotterblumen. Bei sehr tiefen Temperaturen verwandeln sich die Wasserfälle und Quellaustritte in wunderbare Eisvorhänge. Der Rhätsandstein war auch ein begehrtes Baumaterial und wurde in Steinbrüchen abgebaut. Neben dem
Bayreuther Opernhaus, den Häusern in der Friedrichstraße und Schloss Fantaisie in Eckersdorf wurden auch viele Kirchen und Bauernhäuser im Umland der Stadt
Bayreuth aus Sandstein errichtet

 

Teufelsloch

Aufgrund des wildromantischen Erscheinungsbildes der Schluchten wurde das Teufelsloch bereits im 19. Jahr- hundert zum Ausflugsziel. Auch Richard Wagner ist den Aufzeichnungen in Cosimas Tagebuch zufolge öfters hier gewesen und kehrte in der Waldhütte ein. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde schließlich die zweibogige Sandsteinbrücke gebaut, die die tiefe Schlucht überspannt und die Zufahrt von Oberwaiz zur Ausflugsgast- stätte Waldhütte ermöglicht. Seit 1941 ist das Teufelsloch Naturschutzgebiet.

 

Aftergraben

Weniger bekannt als das Teufelsloch ist der Aftergraben. Der Einstieg befindet sich etwa' 800 Meter südöstlich von Neustädtlein, ungefähr da, wo die Asphalticrung der Straße zur Waldhütte aufhört. Der Schluchtwald gilt als Naturdenkmal und steht unter
Schutz. Steigt man zum Bachlauf hinunter, befindet sich
einige Meter bachaufwärts ein schöner Wasserfall.

 

Abstecher Lettenwinkel

Die Inschriften in der Rhätsandsteinkante. stammen von lettischen Angehörigen der Labor-Service-Einheit der US Army, die überwiegend mit Wachaufgaben betrautwaren
und in den Nachkriegsjahren zu Übungen im Forst statio- niert waren. Neben der Jahreszahl 1949 finden sich eine herausgemeißelte Teufelsfratze, die Namen der Wachsoldaten und der Name der Kompanie, der auf einen Lettischen Fürsten zurückgeht. Auch die Bezeichnung "Teufelsloch" wurde in lettischer Sprache ("VELNA ALA") im Felsen verewigt. Drei der Letten sind nach ihrer Zeit
beim Labor-Service nach Amerika ausgewandert.

 

 

Waldhütte

Waldhütte

Die Waldhütte wurde um 1750 als Markgräfliche Försterei gegründet. Schon im 19. Jahrhundert galt sie als beliebtes Ausflugsziel. Heute lädt der schöne, von kühlem Wald
umgebene Biergarten vor allem an heißen Sommertagen zum Ausruhen ein.

 

A bste c h e r . W olfs fa lle "

 

l s chli c h e rw e i se taucht f ür di e Wol fsfa ll e g e l ege ntli c h a uch di e Bezei c hnung " reng r ube" a u f . Wi e es zu d er irri g en Bez eichnung k a m , i s t unklar. D i e 2 ,5 m tief e und
3 , 5 m b re ite in d e n S a nd s t e in ge hau e n e , kr e i s rund e G rube w a r mit e i n em Schwingd e ckel ve rs e h e n. An e in e r S e ite der Grub e b e fand si c h e in e halbkr e is- förmig e U m z äunung , in d e r ein leb e nd es Köderti e r angebund e n w ar. W o llt e e i n Woff d e n d e r ansp r in-
g
e n , l a nd e t e e r auf d e m Sc h w in g de c k e l und st ür z t e in die G rub e . Di e Wol fsfa ll e dürft e im 1 8 . J a hrhu n d ert e ntstand en sein. D ama ls wurd e v o n d e n Mar k gr afe n e i n e Prämi e für jed e n t o ten Wol f a u sgese tzt , d a d as Wild der fürstlichen Jag d vo rbehalt en bleiben und nich t durch Wol fsr ud e l de z imi e rt w e rd e n s ollt e .

 

 

Will-Denkmal

Im Juni 1831 fand hier der Forstgehilfe Heinrich Will im Alter von 23 Jahren "durch waldfrevelnd mörderische Hände" den Tod. Heute erinnert noch eine Sandsteinplatte mit einer Inschrift an das tragische Schicksal des jungen Mannes.

 

Besonderheiten in der Umgebung

Eckersdorf

 

Gartenkunst-Museum Schloss Fantaisie
Erstes G
a rtenkunstmuseum Deutschlands ,
eröffnet im Juli 2000.

Öffnungsze i ten : Di - So 9-18 Uhr

Oktober - März geschlossen

 

Kneippbecken bei Oberwaiz

Etw a 600 Meter östlich von Oberwaiz,
am Wauderweg nach Donndorf

(markiert mit grüner Raute) befindet sich

eine k leine Kneippan l age mit einer Sitzgruppe.

 

Neustädtlein - Evangelische Kirche
St. Johannes der Täufer

Der ä l teste Te i l dieser Kirche ist das Turmunter-
geschoss aus dem Jahre 1465
, dem nach 1700 weitere
Obergeschosse angefügt wurden
. 1818 wurde das
Langhaus neu errichtet
. 1820 erneuerte man die
Innenausstattung
. Das mit reichem Ohrmuscheldekor
verzierte Lesepult stammt noch von 1680.

 

Aussichtspunkt bei Lahm

Bei k l arem Wetter kann man hier den Blick im Osten
bis zum Vulkankegel Rauher Kulm und weiter nach
Norden zum Flehtelgebirge und zum Frankenwald
schweifen lassen
.

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Koordinaten des Startpunktes

N 49°58.095' E 11°27.785'
N 49°58'05.719" E 11°27'47.145"
N +49.9682553 E +11.4630961

Koordinaten des Endpunktes

N 49°58.102' E 11°27.782'
N 49°58'06.164" E 11°27'46.952"
N +49.9683790 E +11.4630424

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